1906-1921 Aufbau von Rasmussens Werk

  • 1906
    Jörgen Skafte Rasmussen erwirbt für die Fa. Rasmussen & Ernst die leerstehende Barth’sche Tuchfabrik im Dischautal in Zschopau. Es werden Armaturen, Haushalt- und Werkstattgeräte sowie Kraftfahrzeugzubehör hergestellt.

  • 1914-1918
    Herstellung von Zündkapseln und Granatzündern; die Beschäftigungszahl steigt von 40 auf 450, darunter viele Frauen.

  • 1916
    Entwicklung eines Dampf-Kraft-Wagens mit Unterstützung des dänischen Landsmannes, Ing. Matthiesen.

  • 1919
    Bau von Zweitakt-Spielzeugmotoren, bekannt unter "Des Knaben Wunsch".

  • 1920
    Entwicklung des 1-PS-Fahrrad-Hilfsmotors ("Das Kleine Wunder"), der ab 1921 serienmäßig gefertigt wird.

  • 1921/1922
    Bau der DKW-Sesselmotorräder Golem und Lomos. Durch Einstellung entlassener Soldaten 600 Beschäftigte

  • 1921
    DKW-Fahrer belegen bei der 800 Kilometer langen Reichsfahrt von Berlin nach Heidelberg die ersten drei Plätze.

1922-1931 Expansion zum DKW-Konzern

  • 1922
    Mit dem Bau des "Reichsfahrtmodells" beginnt die eigentliche Motorradproduktion in Zschopau. Produktionsstand im Juli 1922: 20.000 DKW-Motoren und 2.000 DKW-Motorräder.

  • 1924
    Das DKW-Modell SM wird die technische Basis für viele Jahre. Erstmals Kundendienstschulungen.

  • 1926
    Tiefgreifende Rationalisierung, erster Motorradbau am Fließband.

  • 1928
    Übernahme der Aktienmehrheit der Schüttoff AG Chemnitz, Kauf der Eisengießerei Erla und des Aktienpaketes der Audi-Werke AG Zwickau. Der DKW-Konzern wird zur größten Motorradfabrik der Welt. Tagesproduktion: bis zu 300 Motorräder und 350 Motoren.

  • 1929
    Werkserweiterung, viele Zweigstellen. Alle 78 Sekunden wird bei DKW ein Motorrad gebaut - 60.000 Motorräder pro Jahr.

  • 1930
    Die Weltwirtschaftskrise führt zum Rückgang im Verkauf. Teilweises Auffangen der Verluste durch die Verbreiterung der Produktpalette (z. B. Kühlschränke, Kfz-Zubehör). Trotzdem Massenentlassungen: nur noch 850 Beschäftigte.

1932-1945 Auto Union AG und der Krieg

  • 1932
    Zusammenschluß von Audi, Horch, DKW und Wanderer zur Auto Union AG. Ihr Markenzeichen: die 4 verschlungenen Ringe, die noch heute bei Audi verwendet werden.

  • 1939
    Die Zulassung sinkt infolge des Kriegsbeginns. Die RT 125, die die RT 100 ablöst, leitet eine neue Ära ein. Sie wird nach dem Krieg das am meisten kopierte und nachgebaute Motorrad der Welt.

  • 1940
    Die Produktion der RT 100, die mit 72.000 Stück das am meisten verkaufte DKW-Motorrad war, wird zugunsten der RT 125 und NZ 350 eingestellt. Außerdem erfolgt die Produktion von Motoren für Löschaggregate und Wehrmachtsbedarf sowie Flugzeugmotorenteilen.

  • 1945
    Das Werk entgeht durch glückliche Umstände der Bombardierung. Dafür trifft es die DKW-Siedlung und das Ledigenheim, in denen auch Tote zu beklagen sind. Sowjetische Truppen besetzen am 8. Mai 1945 Zschopau.

1945-1989 Die Motorradproduktion geht weiter

  • 1945
    Am 3. Juli 1945 beginnt die Demontage des DKW-Werkes auf Befehl der sowjetischen Besatzungsmacht. Eine Sprengung der Gebäude kann nach Verhandlungen mit der sowjetischen Besatzungsverwaltung verhindert werden.
    29. September 1945. Gründung der Maschinenbau-Genossenschaft DKW - Produktion von Küchengeräten, Ofengestellen und Werkzeugen zur Brennholzgewinnung.

  • 1946
    1. Juli 1946. Eingliederung des DKW-Werkes in die Industrie-Verwaltung-Fahrzeugbau unter der Firmenbezeichnung "IFA-Motorradwerk Zschopau".

  • 1949
    Wiederaufnahme der Motorradproduktion durch die SMAD der RT 125.

  • 1954
    Inbetriebnahme der vollautomatischen Taktstraße zur Bearbeitung von Gehäusehälften.

  • 1956
    Im Juni Beginn der Großserienfertigung der ES 250, ab Dezember der ES 175 und des Gespannes ES 300.

  • 1960
    Die Sportabteilung von MZ wird wieder eingerichtet. Legendäre Rennerfolge im Enduro- und Straßenrennsport. Bekannte Größen: Musiol, Brehme, Winkler, Fischer, Salewsky.

  • 1973
    Beginn der Produktionsaufnahme der Typenreihe der TS 150. Von 1971 bis 1975 werden 410.000 Motorräder produziert, davon 45.000 für den Export.

  • 1981
    Die ETZ 250 geht ab April in Serie und löst die TS-Reihe ab. 1983 verläßt das 2.000.000-MZ-Motorrad das Band.

1989-2002 Die Jahre nach der Einheit

  • 1989
    Mit der ETZ 251 wird das letzte serienmäßig gebaute Modell zum Produktionsanlauf gebracht. Ende des Jahres erfolgt der Problauf eines MZ-Viertakters.

  • 1990
    Aus VEB Motorradwerk Zschopau wird MZ GmbH.

  • 1991
    Die von der Treuhand beschlossene Liquidation des Betriebes konnte um ein halbes Jahr verschoben werden, weil die Beschäftigten bereit waren, dem Betrieb 10 % ihres Lohnes als zinsfreies Darlehen zur Verfügung zu stellen. Das Aus ließ sich jedoch nicht aufhalten.

  • 1992
    Aus MZ GmbH wird Motorrad- und Zweirad GmbH - kurz MuZ. Petr-Karel Korous wird Geschäftsführer. Produktionsbeginn der Silver Star Classic und der Saxon Country. Auch der Elektroroller Charly wurde der Öffentlichkeit vorgestellt.

  • 1994
    Die Produktion zieht um ins neue Werk nach Hohndorf. Es beginnt die Fertigung der Skorpion-Reihe mit 660 ccm Yamaha-Motoren.

  • 1995
    Es droht das erneute Aus. Die Fertigungseinrichtungen für die Zweitakt-Baureihe wurden von der Treuhandanstalt an die Türkei verkauft.

  • 1996
    Das malaysische Unternehmen Hong Leong übernimmt MuZ nach dessen Konkurs mit 95 Beschäftigten.

  • 1997
    Auf Basis der 660 ccm Yamaha-Motoren wurden Skorpion, Traveller, Replica, Tour und Sport gebaut. Neu hinzu kamen die Modelle Enduro Baghira, das Fun-Bike Mastiff, die MuZ 125 Sport Star sowie der Roller Moskito. Erstmals findet auch der MZ-Cup statt.

  • 1998
    Auf der Intermot wird der erste selbst entwickelte 125 ccm Vertaktmotor, nach der Einheit, vorgestellt.

  • 1999
    Im Oktober 1999 fällt das "u" zwischen M und Z weg. Von da an konnte mit Fug und Recht behauptet werden, "MZ ist back".

  • 2000
    Das erste komplett von MZ entwickelte und gebaute Motorrad, die MZ RT 125, wird auf Mallorca der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Ein Jahr später folgen mit gleicher Motorisierung die Modelle MZ 125 SM und MZ 125 SX.

  • Intermot 2000
    Der Prototyp der selbstentwickelten MZ 1000 S wird vorgestellt und sorgt beim Publikum und in der Fachwelt für Furore. Produktionsbeginn Ende 2002.

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Dieser Text stammt von einem Flyer, den ich beim "Emmenrausch 2004" erhalten habe.